Gelnägel selbst machen mit UV-Gel und Tipverlängerung

Dieser Beitrag ist für alle Selbermachen und Sparfüchse unter euch – denn ich erkläre, wie ich meine Gelnägel selbst mache und welche Erfahrungen ich damit bisher habe.

Ich möchte euch vorab sagen, dass ich kein Profi bin. Ich habe das nirgendwo gelernt und mir mein ganzes Wissen aus dem Internet selbst angeeignet. Außerdem war ich einmal im Nagelstudio und habe versucht mir ein bisschen von dem Können der Nageldesignerin abzuschauen.
Trotzdem möchte ich diesen Artikel verfassen – denn mir fiel es am Anfang sehr schwer alle Informationen aus dem Internet zusammenzutragen – zumindest so, dass ein Laie weiß, worauf man besonders achten sollte.

Was ihr braucht

Übersicht Gelmodellage-Set

Ich habe die meisten meiner Materialien aus dem Internet bestellt.
Zuerst braucht ihr für diese Technik der Modelage eine UV-Lampe. Hier möchte ich sagen, dass es keinesfalls nötig ist ein Vermögen dafür auszugeben! Ich habe meine aus einem Starter-Kit für nicht einmal 40 €.
Weiters benötigt ihr:

  • Einen Applikator oder Rosenholzstäbchen um eure Nagelhaut zurückzuschieben
  • Pinsel zum Auftragen des Gels
  • Tips (falls ihr eure Nägel verlängern möchtet)
  • Tipkleber
  • Einen Cutter um die Tips abzuschneiden
  • Buffer
  • Eher grobe Nagelfeilen
  • Einen Primer und Cleanser (hier ein 2-in-1-Produkt)
  • Fusselfreie Kosmetiktücher oder Zelletten
  • UV-Gel (ich arbeite gerne mit 1-Phasen-Gel, da man nicht so viele verschiedene Materialen braucht)
Alle Dinge habe ich aus dem oben erwähnten Starter-Kit mit Ausnahme des Gels, des Primers, und den Tips samt Kleber.
Das liegt zum einen daran, dass ich die Tips und den Primer inzwischen nachkaufen musste und zum anderen daran, dass ich mit der Qualität der Gele und des Klebers aus dem Kit nicht zufrieden war.
Wenn ich mit diesen arbeitete, gingen die Nägel immer sehr schnell ab. Außerdem war es sehr schwierig die Gele schön zu verarbeiten, so dass keine Unebenheiten entstanden sind.
Mit den restlichen Produkten bin ich aber sehr zufrieden, und auch wenn ich zwei Produkte dazu kaufen musste, ist die Anschaffung günstiger als eine Modelage beim Profi!

Bereitet eure Nägel vor

Bevor ihr loslegen könnt das Gel aufzutragen, ist es wichtig eure Nägel richtig vorzubereiten. Schiebt zuerst eure Nagelhaut zurück und raut eure Nägel mit dem Buffer auf, damit die Modelage gut halten kann. Es ist nicht zu empfehlen normale Nagelfeilen zu verwenden – diese sind häufig zu grob und können euren Naturnagel beschädigen!
Primer, Tipkleber und BufferAm Ende sollen eure Nägel matt sein und nicht mehr glänzen.
Im nächsten Schritt nehmt ihr den entstandenen Staub mit dem Cleanser ab und tragt den Primer auf. Das ist nötig, um eure Nägel sauber und fettfrei zu bekommen. Da ich hier das 2-in-1-Produkt für Primer und Clanser von Essence verwende, spare ich mir immer einen Schritt. Jetzt solltet ihr eure Nägel nicht mehr berühren, da sie sonst eventuell wieder fettig werden könnten.
Zunächst sucht ihr euch passende Tips für eure Finger heraus und klebt sie auf. Bestreicht einfach den Tip dort, wo ihr ihn festkleben möchtet, wartet einige Sekunden und drückt ihn fest an. Die Klebeschicht braucht nur ganz dünn zu sein, da sonst eh nur alles an den Seiten überläuft. Übrigens wird nicht wie viele meinen der ganze Nagel mit einem Tip überklebt, sondern nur an die Spitze des Naturnagels angesetzt!
Ihr solltet darauf achten, dass kein Zwischenraum zwischen Tip und Naturnagel entsteht, denn hier finden Wasser und Luft leicht ihren Weg und der Nagel wird nicht so lange halten.
Fingernagel mit ungekürztem TipDa die Verlängerungen meist viel zu lang sind, kommt jetzt der Cutter und die grobe Feile zum Einsatz. Zwickt den Tip auf die Länge ab, in der ihr euren Nagel am Ende haben möchtet. Ich lasse ihn immer um wenige Millimeter länger, denn ihr werdet merken, dass ihr beim Feilen noch ein bisschen an Material einbüßen müsst! Das Feilen ist übrigens meiner Meinung nach die meiste Arbeit – denn bis alle Nägel die gleiche Form haben, dauert es ein wenig. Hier könnt ihr eurer Fantasie übrigens freien Lauf lassen! Egal ob ihr eure Nägel eckig, oval oder spitz haben möchtet – mit den passenden Tips könnt ihr fast jede gewünschte Form erzielen!
Fingernagel mit gekürztem Tip
Nun müsst ihr noch den Übergang zwischen Natur- und Kunstnagel etwas abfeilen, da sonst beim Auftragen des Gels eine unschöne Kante entsteht. Feilt einfach so lange, bis kaum mehr eine Kante am Übergang zu spüren ist.
Nun nehmt ihr den erneut entstandenen Staub ab und los geht´s mit dem Auftragen des Gels!

Die Modelage

Eine Modelage mit UV-Gel besteht eigentlich aus drei Schichten Gel: Dem Haftgel, dem Aufbaugel und dem Gel zur Versiegelung.
Bei einem 1-Phasen-Gel könnt ihr alle Schichten mit dem selben Produkt durcharbeiten – meiner Meinung nach superpraktisch!
Beim Auftragen der ersten Schicht achte ich immer darauf, dass ich den ganzen Tip, sowie die Nagelspitze schön umhülle – so, dass keine Luft zwischen das Gel und den Naturnagel kommen kann. Diese Schicht braucht auch noch nicht ganz perfekt zu werden – kleine Dellen könnt ihr nachher noch ausbessern. Außerdem braucht das Gel hier noch nicht allzu dick aufgetragen werden.
Pinsel in ModellagegelWichtig ist, dass das Produkt nicht die Haut berührt und an den Seiten überläuft – so kann ebenfalls Luft unter die Modelage gelangen, was die Haltbarkeit verschlechtert!
Habt ihr das Gel aufgetragen, gebt ihr eure Hand 2 Minuten unter die UV-Lampe. Je nachdem wie geübt ihr seid, und wie dick- oder dünnflüssig euer Gel ist, würde ich entweder einen Finger nach dem anderen bearbeiten und unter die Lampe geben, oder maximal vom kleinen Finger bis zum Zeigefinger arbeiten. Den Daumen bearbeite ich immer in einem eigenen Durchgang, da mir das Gel der anderen Finger sonst zu leicht verrinnt.
Ihr werdet merken, dass sich nach den 2 Minuten unter der Lampe eine klebrige Schicht auf dem Nagel gebildet hat. Diese wische ich nie ab – ich beginne einfach immer mit der zweiten Schicht.
Die zweite Schicht ist bereits etwas dicker als die erste. Jetzt solltet ihr darauf achten, dass ihr das Gel schön glatt zieht und nichtmehr all zu viele Dellen entstehen. Vor allem am „Stresspunkt“ (das ist dort, wo der Fingernagel sich „biegt“ wenn ihr die Spitze runterdrückt) sollte das Gel etwas dicker aufgetragen werden.
Wieder 2 Minuten unter die Lampe, und schon sind wir bei der letzten Schicht angelangt!
Diesmal nehme ich die klebrige Schicht mit dem Cleanser ab, und feile eventuelle Unebenheiten aus. Außerdem könntet ihr jetzt einen Nagellack benutzen, wenn ihr so wie ich ein transparentes UV-Gel verwendet. Ich mache das jedoch nicht, weil im Anschluss ja noch eine Schicht Gel über den Nagel kommt, und das bedeutet, dass ihr bis zur nächsten Modelage die gleiche Farbe auf den Nägeln tragen müsstet. Ich, als kleines Chamäleon, wechsle lieber öfter meine Nagellackfarbe.
Unlackierte Gelnägel
Ist der Nagellack getrocknet (vorausgesetzt ihr tragt welchen auf) könnt ihr die letzte Schicht Gel auf euren Nagel arbeiten. Diese kann eher dünn aufgetragen werden, da sie dem Zweck der Versiegelung dient und den Nagel schön glänzend machen soll.
Wie gewohnt, 2 Minuten aushärten lassen und die klebrige Schicht abnehmen – und fertig sind eure Nägel!
Lackierte Gelänge
Wenn ihr mögt, könnt ihr jetzt noch Nagellack auftragen, sofern ihr das nicht vor der Versiegelungs-Schicht bereits getan habt. Vor allem bei transparentem Gel finde mache ich das immer, da es mir nicht so gut gefällt, wenn man den weißen Tip durchsieht.
Möchtet ihr den Nagellack dann wechseln, müsst ihr ihn bloß mit acetonfreiem Nagellackentferner abnehmen, und schon könnt ihr neuen auftragen.

Mein Fazit

Am Anfang mag die ganze Prozedur ein wenig schwierig sein – vor allem, wenn ihr mit der Hand arbeiten müsst, die ihr eigentlich nicht eure Arbeitshand ist (bei mir die linke).
Es kann auch vorkommen, dass ihr schon nach einer Woche einen Nagel verliert, da irgendwo Luft unter die Modelage gelangt ist – das ist aber alles Übungssache!
Ihr dürft nur nicht aufgeben, und müsst vielleicht bei euren ersten paar Modelagen etwas mehr Zeit aufwenden – aber nach einigen Malen klappt das ganze schon sehr gut und das Ergebnis wird von Mal zu Mal langlebiger.
Im großen und ganzen bin ich aber sehr zufrieden damit, dass ich mir meine Nägel selbst mache. Inzwischen halten sie meist schon drei bis vier Wochen, und man spart sich wirklich viel Geld!
Die Verlängerungen schränken mich auch nicht ein (man muss auch sagen, dass ich kaum krasse Verlängerungen trage). Ich kann damit am PC arbeiten, am Handy tippen und alle feinen Aufgaben erledigen.
Ich wünsche euch viel Spaß, beim Nachmachen!

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